Auf der Suche nach einem alltagstauglichen und dennoch retro aussehendem Moped war für mich die Triumph Thruxton immer schon ein Traum. Aber…ich bin ja dann doch eher kein Fan von Serien Bikes –  die Thruxton ist ja von Haus aus ganz hübsch aber da gab es dann doch einiges an Optik und Performance zu ändern. Den ersten Sommer bin ich aber mal alles in Originalzustand gefahren um rauszufinden was für mich persönlich dann wirklich wichtig wäre zu optimieren. Optisch wars schnell klar…Runter mit Heckfender, Lichtern und vor allem Blinkern die eigentlich die Größe von Scheinwerfern haben. Geht ja gar nicht. Hier eine Ritzelabdeckung getauscht, da das Zündschloss umgesetzt, etc etc…Performancemäßig war gleich mal klar dass das Fahrwerk getauscht gehört, der Akustik genüge getan werden musste und aus dem Murl sicher noch etwas mehr rauszuholen ist.

Dann war ich beruflich mal in LA und hab die Aftermarket Bude British Customs besucht um mich mit ein paar Teilen einzudecken…unter anderem deren „Perfomance Package“. Enthalten waren da zwei mehr oder weniger offene, formschöne Endtöpfe, Air Box Eliminator Kit, SLS Removal Kit sowie zwei dicke K&N Sportluftfilter. Die Endtöpfe waren gleich mal umgesteckt weil bei den Originalen hörst fast nicht ob sie läuft oder nicht. Und das bei einer 900 Parallel Twin. Mit den Predator Exhausts drauf hört das dann definitiv auch dein Nachbar 3 Häuser weiter hinten im Garten beim Rasenmähen. Yes! Gefühlt ging sie mit den offenen Tröten auch gleich besser und nicht nur lauter. Aber das kann auch nur Einbildung gewesen sein.

Im Winter hab ich dann natürlich alles wieder aufgeschoben bis plötzlich der März da war und ich leicht nervös wurde in Anbetracht der vielen Kisten mit Stuff deren Inhalt ich ein- und umbauen wollte vor Saisonstart. Also ab in die Garage, alles runter , neues drauf  und let´s get ready to rumble. Bei den EFI Twins ist das halt so eine Sache mit dem Basteln…wenn man ihr mehr Luft  verschafft und die Abgas Verstopfung beseitigst kann man halt leider nichts am Vergaser einstellen da sie einfach keinen hat. Auch wenns bei der Thrux zumindest optisch so ausschaut. Danke an die Designer an dieser Stelle. Sie ist schon gelaufen aber überzeugend war das ganze nicht. Durch die vermehrte Luftzufuhr lief sie nun natürlich zu mager, vor allem im mittleren Drehzahlbereich. Aber auch untenrum fehlte es ein wenig an Power.

Das alles hab ich aber erwartet da ich mich natürlich vorher informiert was es bei solchen Umbauten zu bedenken gilt. Neues Mapping oder Power Commander. Chiptuning…. in diversen Foren scheiden sich da die Geister. Ich habe über Thruxton Foren dann eine Website gefunden auf der man sich da ein Paket zusammenstellen kann je nachdem was man verbastelt hat an seiner Triumph. Das lädt man sich gezipt runter,  dann braucht man noch ein passendes Kabel und einen Laptop über den man das dann einfach auf das originale Steuergerät spielt. Gibt’s aber nur als Windows Version….als Apple User fängt es hier schon mal an mit den Problemen. Des weiteren ist es auch nicht sicher ob da alles glatt läuft, oder ob da plötzlich alles weg ist was einmal gespeichert war.

Mir war das dann alles ein wenig zu unsicher und ich hab meinen Freund Michi Alschner von coolrides gefragt ob er da vielleicht wen weiß der sich mit sowas wirklich auskennt. Ich will ja dann auch nicht einen Haufen Kohle ins Moped stecken damit es schlechter geht als vorher. Außerdem sind so Internetmappings natürlich nicht auf mein eigenes Moped abgestimmt sondern basieren nur auf Annahmen. Michi antwortete sofort mit : “ Ja, der Bogoly!“ Problem gelöst. Termin ausgemacht und kurze Zeit später hatte ich dann auch schon einen Termin bei Peter Bogoly in Bruck an der Leitha. Ich hab ihm erstmal mein Anliegen detailliert geschildert und er hat mir dann erklärt was er machen würde: Daten vom Steuergerät auslesen – am Prüfstand stellen – alles optimieren – drüberspielen – fertig. Das ging alles gut bis zu dem letzten Punkt  an dem Peter das umprogrammierte Mapping auf das Steuergerät meiner Thrux spielen wollte. Das gefiel ihr nämlich gar nicht und deswegen verweigerte sie die ganze Sache und lies sich auch beim dritten mal einfach nicht das original Mapping überschreiben. Soll vorkommen bei den Thruxtons…lustigerweise geht es anscheinend bei Bonnevillles und Scramblern problemlos.

Für Probleme dieser Art hatte Peter aber auch gleich einen Plan B bereit: PowerCommander! Also das Bike auf den Prüfstand und Peter beginnt mit dem Optimieren des Benzin Luftgemisches  spielte das neue Mapping aber nun direkt auf den PowerCommander und nicht auf das Steuergerät. Nach der Umgrogrammierung wurde nochmal die Leistungskurve, Drehmoment und PS am Hinterrad gemessen. Siehe da, bei der Thrux hat das  dann doch noch einiges bewirkt! Leistungssteigerung um ca 4,5PS, Drehmomentsteigerung um  3,5NM was mir aber wesentlich wichtiger war: eine durchgehend homogene Leistungskurve über den gesamt Drehzahlbereich! Vor allem um mittleren Drehzahlbereich änderte Peter die Spritzufuhr um bis zu +35%!

Frisch be-mapped machte ich mich auf den Heimweg und merkte schon nach ein paar Kilometern…uuuuuuuuuuur leiwand! Die Thrux fuhr sich wie ein anderes Bike, rannte wesentlich runder und hatte auch im niedrigen Drehzahlbereich Power wenn man sie brauchte. Ich war und bin immer noch extrem begeistert von dem Resultat und würde das allen EFI Kollegen auch empfehlen zum Bogoly zu fahren und sich das Moped optimal einstellen zu lassen! Also, ich geh mal wieder a Runde wetzen….bis bald.

Text: Rob MATHERA Fotos: Michael ALSCHNER

Kosten: Mapping € 190.-

Flashen € 50.- Zuschlag

Anfahrt MOTORRAD BOGOLY

www.bogy.at

Wir wollen und müssen darauf hinweisen, das durch solche Manipulationen möglicherweise Probleme mit dem Gesetzgeber auftreten können.

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